Lara Dade
„Metaxi-auf der Suche im Dazwischen“
Wo setzen wir in der Kunstproduktion an, wenn wir das Dazwischen als maßgeblichen Ort der Begegnung verstehen? Mit verschiedenen Medien (Film, Zeichnung, Sound, Performance etc.) wollen wir gemeinsam auf die Suche nach “Metaxi” gehen und dieses unvorhersehbare Dazwischen erkunden und greifbar machen, wir wollen es uns aneignen und erfahrbar machen.
Lara Dade (sie/ihr) ist Künstlerin, Kunstvermittlerin und Sozialarbeiterin und ist Teil der Gruppe rampe:aktion. Ihre Praxis bewegt sich zwischen Illustration und Zeichnung, (sozialer) Installation und filmischen Arbeiten. Ihre Themenschwerpunkte drehen sich vor allem um die Schnittstelle zwischen Kunst und Sozialem auch mit Fokus auf Kunst und Vermittlung. Gesellschaftliche Fragen des “Wie miteinander in Beziehung treten” sind von großer Bedeutung und die Erforschung des „Dazwischen“ ist maßgebend für einige ihrer Projekte.
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Foto: ernetto brutto
Marco Dirr
„Diving Choreo (AT)“
Die Arbeit „Diving Choreo (AT)“ beschäftigt sich filmisch-performativ mit der Beziehung zwischen Wasser und Mensch. Die menschliche Interaktion mit natürlichen Materialien zeigt die Verbundenheit mit der Natur bei gleichzeitiger Abhängigkeit des Menschseins von ihr. Der Verfall der gemeinsamen Ressourcen und die Zerstörung unserer Umwelt während des modernen Anthropozäns sind dabei Themen in einer visuellen Ästhetik.
Marco Dirr’s künstlerische Praxis verbindet analoge Bildproduktion, digitale Techniken mit fiktionalen Texten und Film mit performativen Choreografien. In seinen fotografischen und essayistischen Arbeiten beschäftigt er sich zunehmend mit dem Gedanken des Utopieverlustes und dem Versuch einer alternativen Realität als Möglichkeitsraum im Kontrast zur Oberflächlichkeit unserer Gegenwart.
Marco Dirr studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Typografie und Fotografie in Nürnberg, anschließend Bildende Kunst bei Prof. Tina Bara in der Klasse für Fotografie und Bewegtbild an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Nach seinem Auslandsstudium an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem (2016), erschien 2019 der vom Institut für Buchkunst in Leipzig ausgezeichnete Foto-/Textband „Zwei Monde (Reisegeschichten aus dem Nahen Osten)“. Seine Diplomarbeit „Aporía“ wurde 2020 als Einzelausstellung in der Galerie KUB in Leipzig gezeigt. Im gleichen Jahr erhielt er ein Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. 2021 war er Resident der Casa Sasso im Tessin. 2022 erhielt er ein Stipendium der Fonds Darstellende Künste im Rahmen des Programms Neustart Kultur.
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Foto: Marco Dirr
Michaela Maxi Schulz
„Reflexion, Nachhaltigkeit, Perspektive“
Michaela Maxi Schulz arbeitet seit 2016 bei der Bühne für Menschenrechte und ist seit 2022 im Vorstand. Mit ihrer Residenz „Reflexion, Nachhaltigkeit, Perspektive“ will Michaela neue Perspektiven für den Verein erforschen. Die Residenz ermöglicht ihr die Zeit und den Raum zu nehmen, um neue künstlerische Formate zu erkunden und Ideen für eine ressourcenschonende Organisationsstruktur zu sammeln.
Michaela Maxi Schulz geboren 1985 in Berlin, ist eine weiße cis-Frau ohne Behinderung. Ihre Pronomen sind sie/ihr. Sie arbeitet als freischaffende Performerin, Schauspielerin und Projektleiterin in den Performing Arts in Berlin. 2012 absolvierte sie erfolgreich ihr Schauspielstudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Ihre Projekte verbinden häufig die Themen:Feminismus, Ableismus und kritisches Weißsein. Ihre Arbeit setzt sich aus künstlerischen, performativen und politischen Formaten zusammen. Sie ist als ehrenamtlichen Sterbe-und Trauerbegleiterin tätig und Teil der „behindert und verrückt feiern – Pride Parade Berlin“, ein Bündnis aus Menschen mit und ohne Behinderungs-und/oder Psychatrieerfahrung. 2018 absolvierte sie das Dance Intensive Programm an der Tanzfabrik Berlin, eine zehnmonatige zeitgenössische Tanzweiterbildung. Seit 2016 arbeitet sie bei der Bühne für Menschenrechte sowohl als Schauspielerin als auch Projektleiterin und ist seit 2022 im Vorstand.
buehne-fuer-menschenrechte.org
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Foto: Anja Isteniç
David Reiber Otálora
„Jungle Story of Western Childhood“
Der Künstler und Bühnenbildner David Reiber Otálora inszeniert Räume, in denen exotisierte Klischees kolonisierter Landschaften reflektiert werden. Während seiner Residenz wird er zur Inszenierung des tropischen Regenwaldes forschen. Dabei wird er nach Bild- und Textmaterial in an Kinder gerichtete Medien, wie Film und Bücher, suchen, in denen der Regenwald als neo-koloniale Kulisse auftaucht.
In David Reiber Otálora’s (*1992) bühnenbildnerische und skulpturalen Arbeiten setzt sich mit den zahlreichen Nachwirkungen des Kolonialismus auseinander, insbesondere mit der Darstellung, der Imagination und der anhaltenden Zerstörung der Tropen. Mit seinen athmosphärisch dichten und spekulativen Werken widersetzt sich Reiber Otálora der epistemischen Gewalt einer auf das Reale reduzierten Welt.
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Foto: Daniel Sadrowski
Antonia Kolujartseva
„Life after birth“
Seitdem ich Mutter geworden bin, hat sich meine Welt völlig verändert. Ich muss neu lernen, wie ich leben und wie ich eine Künstlerin sein kann. Die #TakeHeart Residency in Libken ist eine Gelegenheit, nach der Geburt wieder zu arbeiten und zu tanzen. Das Ziel meines Projekts ist es, Aufmerksamkeit auf die Zerbrechlichkeit, Schönheit und die Herausforderungen von Elternschaft zu lenken. Ich spüre, dass die gleichzeitige Rolle als Mutter und Künstlerin Unsicherheit, Instabilität und etwas ganz Neues in mein Leben bringt. Außerdem glaube ich, dass mein Beispiel andere Mütter-Tänzerinnen ermutigen kann, weiterzuarbeiten. Ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung nicht allein bin und ich würde mich freuen, diese mit anderen zu teilen.
Antonia Koluiartseva ist in Russland geboren und studierte Ballett und zeitgenössischen Tanz am Tanzzentrum in Prag. Von 2007 bis 2013 arbeitete sie als Tänzerin, Choreografin und Tanzlehrerin bei „OKNO dance project“ in St. Petersburg und war Mitorganisatorin des jährlichen Tanzfestivals „OKNO dance festival“. Zwei Jahre lang war sie Tänzerin beim Tanztheater „Aura“ (Kaunas, Litauen). Seit 2015 arbeitet sie in Europa und Russland als freischaffende Tänzerin und Choreografin und kreiert ihre eigenen choreografischen Arbeiten. Im Jahr 2021 schloss Antonia ihr Studium an der Folkwang Universität der Künste ab (MA Choreografie). Jetzt lebt sie in Deutschland, NRW und arbeitet aktiv als freiberufliche Tanzkünstlerin.
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Foto: Manuel Meza
Matilde Bassetti
„On instant poetry and dance“
Meine Recherche kreist um Bewegungsimprovisation, Poesie und den Moment des Zusammenseins. Durch die Praxis der Improvisation und die Arbeit an präzisen Strukturen möchte ich eine Methode, eine Art Leitfaden für Echtzeit-Poesie und -Tanz schaffen. Die gefundenen Prinzipien sollen schließlich erprobt, das kommunikative und kollektive Potenzial dieses transdisziplinären Ansatzes erkundet werden. Wenn wir alle die Spielregeln lernen, wird es uns dann gelingen, innerhalb der Struktur frei zu spielen? Was sind die Regeln des Zusammenseins?
Matilde Bassetti (she/they) ist Performerin und Tänzerin, und lebt seit 2017 in Berlin. Sie ist Teil des Kollektivs Inaninstant. Angesiedelt an der Schnittstelle von Performance und Installation, verknüpft ihre Praxis Bewegung, Bild, Video und kollektive Aktion. Matilde arbeitet mit verschiedenen Körperpraxen und somatischen Techniken, ihr Hintergrund ist der Tanz. Sie ist als Performerin und Kommunikationsmanagerin im Bereich der darstellenden Künste tätig. Spiele mit dissoziativen Identitäten und das Geschichtenerzählen sind wiederkehrende Komponenten in ihrer Arbeit. Ihr Interesse gilt dem Erschaffen intimer Räume, die es erlauben, sich verletzlich zu zeigen, in denen Handlungen von Begehren und Freude geleitet werden. Darüber hinaus ist Matilde fasziniert von Übungen, Konzepten und Beziehungsformen, die sich mit der Idee der Gemeinschaft befassen. Daher engagiert sie sich leidenschaftlich für Strategien der Zusammenarbeit als Instrumente zum Erträumen und Erschaffen eines neuen Verständnisses unserer sozialen Strukturen, in denen wir als Körper etwas im Entstehen begriffen und nicht vollständig festgeschrieben sind.
Während ihres Aufenthaltes in Libken wird Matilde mit den Mitgliedern des Kollektivs Inaninstant arbeiten.
Cary Shiu
„Cumulative Touches“
Abgeleitet von dem Wort „touch“ (Berührung) nimmt Cumulative Touches die poetische und haptische Bedeutung von „feeling touched“ (sich berührt fühlen) auf – ein Gefühl des Tatsächlichen, aber nicht notwendigerweise Sichtbaren. Das Projekt untersucht, wie das Wissen und die Erfahrung, die Tänzer*innen auf ihrem beruflichen Werdegang angesammelt haben, nachvollzogen werden können. Es zielt darauf ab, Tanzpraktiken und die Arbeit von Tänzer*innen durch die sozialen und ästhetischen Diskurse, die um den Tanz herum existieren, zu untersuchen. Es ist stark von der Tänzerin und Forscherin Chrysa Parkinson inspiriert.
Cary Shiu ist ein in Hongkong geborener und in Berlin lebender Tänzer. Anhand seiner Arbeitserfahrungen im zeitgenössischen Tanz in Europa erforscht und reflektiert er Erfahrungen von Verortung und Entfremdung auf körperlicher, imaginativer und psychologischer Ebene, und befragt, wie sich Wahrnehmung im Prozess unterschiedlicher Erfahrungen entwickelt. Derzeit arbeitet Cary an Projekten von/mit Zufit Simon, Lee Meir und Moritz Majce. Seit 2019 arbeitet er mit dem Improvisationsensemble Instant PIG//Stuttgart zusammen. Er absolvierte den MA Solo, Dance, Authorship am HZT (UdK Berlin) und machte zuvor eine Tanzausbildung in La Manufacture (Lausanne). Außerdem hat er einen Bachelor in Kulturwissenschaften in Hongkong absolviert.
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Foto: Jan Bolomey
Evelyn Saylor
„Musik – Bewegung – Raum“
Bei meinen bisherigen Sounddesigns und Musikkompositionen für eine Reihe von unterschiedlichen Theater-, Tanz- und Performanceproduktionen wurde der Ausgangspunkt für den Kompositionsprozess immer von den Regisseurinnen oder Choreographen formuliert. In dieser Forschung möchte ich das Potenzial einer anderen Art der Kombination von Musikkomposition und Bewegungsfindung in einem simultanen und verwobenen Prozess untersuchen. Was passiert, wenn die Klangkomposition gleichzeitig und gleichwertig mit der Gestaltung der Bewegung und der Nutzung des Raums betrachtet wird?
Evelyn Saylor ist eine in Berlin lebende Komponistin und kommt ursprünglich aus New York City. Sie komponiert elektroakustische Musik für Konzert, Theater, zeitgenössischen Tanz und Film. Sie ist auch als Sängerin, Performerin, Pianistin, Synthesizer-Spielerin und Klangregisseurin aktiv. Sie erhielt Kompositionsaufträge von der Akademie der Künste Berlin, dem Heroines of Sound Festival, der Stiftung Bauhaus Dessau, dem STEGREIF.orchester, und anderen. Sie hat Musik für das Staatstheater Hannover, für das Theater Ensemble The Agency und für die Choreograf*innen Julian Weber, Johanna Ackva, Ruben Reniers, und momentan Dragana Bulut komponiert. Sie kollaboriert regelmäßig mit den Künstlerinnen Dear Reader, Caterina Barbieri und Holly Herndon. Ihre Werke wurden in der Tischlerei an der Deutschen Oper, in der Akademie der Künste, im HAU2, in den Uferstudios, im Dock 11 und an anderen Orten in Berlin, sowie in New York, in Kalifornien und in Europa aufgeführt. Evelyn Saylor hat einen BA in Komposition am Pomona College in Kalifornien absolviert und ihren MA an der Berliner Universität der Künste, wo sie jetzt unterrichtet.
Credit: Foto: Nat Urazmetova & Nian Canard









