Susan Ihlenfeld & För Künkel
„Gipfeltreffen“
Zwischen Libkens Äckern und Söllen begeben wir uns auf eine Spurensuche nach der prächristlichen Mythenbubble. Wir lesen Märchen und Sagen der Region und befragen die ältere Generation nach mündlich überliefertem Heilwissen. In den Sträuchern und Bäumen, im Schilf und im Moor rufen wir spekulative Gottheiten an und bitten um Ihren Rat zur Bewältigung der Klimakrise. [Gez. Herr Künkel u. Herr Ihlenfeld]
Susan Ihlenfeld
Susan Ihlenfeld ist freiberufliche Gauklerin, deren Stimme in einem traditionellen Shanty-Chor nicht weiter auffallen würde. Gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt setzt sie sich künstlerisch sowie mit dem Verein Klima und Kultur e.V ein.
För Künkel
För Künkel mag Geschichten erzählen und hat ein Faible für Haufen aus Sand. Weil sie denkt, dass auch die Haufen viel erzählen, unterhält sie sich gerne mit Sand und Geröll – und deren Großmüttern.
Credits:
Fotos: För Künkel
Tine Rahel Völcker
“Weißer Zwang. Missionare, Psychiatrie und Durgas Widerstand”
Die indische Gottheit Durga ist ein im Hinduismus verehrtes wie von den einstigen britischen Kolonialherrschern gefürchtetes Symbol weiblicher Macht. Meine literarische Recherche kreist um Geschichten kolonialer Psychiatrie und fragt nach den Bedingungen und Möglichkeiten von Solidarität innerhalb eines rassistischen und ableistischen, weißen Psychiatriesystems.
Tine Rahel Völcker ist Autorin von Theaterstücken, Hörspielen und Prosa. In ihrem literarischen Werk thematisiert sie häufig die Folgen nationalsozialistischer Verbrechen und sucht Wege über Gewalt zu sprechen, ohne sie zu reproduzieren.
Credit:
Foto: CocoonMedia
Anna Wille
„Neues Leben“
Die Residenz umfasst eine Recherche, die nach Geschichten von jungen Menschen in Jugendwerkhöfen der DDR forscht. Was ist im Zusammenhang mit dem sozialistischen Erziehungssystem über den Umgang mit Homosexualität in der DDR herauszufinden? Wie lässt sich die geschichtliche Dimension eines Jugendwerkhofs unter feministischen Gesichtspunkten betrachten und dafür eine künstlerische Form finden?
Anna Wille
arbeitet als freie Dramaturgin, Kuratorin und Produktionsleiterin. Als Teil des Produktionsbüro „ehrliche arbeit – freies Kulturbüro“ arbeitet sie mit freien Theaterproduktionen sowie in eigenen künstlerischen Projekten.
Foto: Ulli Wille
UNPERFORM
„Blaue Stunden“
Damiaan Veens und Tim Gerhards von der Künstler*innengruppe unperform setzen sich in einem choreografischen Rechercheprozess mit der Krankheit Depression auseinander. Als externe Quellen dienen den Tänzern Sarah Kanes Werk „4.48 Psychosis“ und persönliche Erfahrungen einer an Depression erkrankten Tänzerin und Freundin. Im Rahmen der Residenz werden Aspekte der eigenen Körperlichkeit, unter anderem zwischen 4:48 Uhr und 6:00 Uhr, untersucht.
Damiaan Veens
wurde in den Niederlanden geboren. Er studierte von 2006 bis 2010 Tanz. Danach war er Tänzer an den Städtischen Bühnen Münster. Seit 2012 ist er europaweit als freiberuflicher Tänzer, Schauspieler und Choreograf tätig.
Tim Gerhards
wurde in Saarbrücken geboren. Er studierte von 2006 bis 2010 Tanz. Danach war er Tänzer beim Tanztheater Bremen. Seit 2012 ist er als freiberuflicher Tänzer, Schauspieler und Choreograf tätig. 2017 gründete er unperform.
Credit:
Foto: Tim Gerhards
Carrie McILwain
Faith + Filth is a research on the interpersonal + societal rituals surrounding money. Since the Fiat Act of 1970 the value of currencies have been decoupled from material sources becoming ephemeral and faith based. Investigating western esoteric practices of wishful or attractive thinking the artist seeks to uncover the contemporary spiritual practices of money worship as well as looking for the emotional and psychological effects related to its lack.
Carrie McILwain (they/them)
is interested in the possibility of artistic performative research to enable other spaces of existence along-side normative structures of reality. Their work is based in somatic practice and is explored through collaboration, group researches and rituals. With an aim towards the development of radical strategies for the present moment, they investigate the historical construction of binary opposition and its entanglement with capitalism. In 2021, Carrie was a RED resident choreographer at Tanzfabrik Berlin and began a practice of somatic fantasy and speculative feminism with the working title „The Pile + The Pyre“. It focused on the historical incidence of the witch hunts and the socio-political character of the witch. In 2020 Carrie was invited as co-performer to the series „Late Night Group Therapy“ by Susanne Schuda (WUK Theater/Vienna). In addition, Carrie’s text „For the Love of Dream Boards“ was published as part of the collaborative writing project „Kultur und Politik im prekären Leben“: Solidarität unter Schneeflocken“ published by Neofelis Verlag (October 2020). Carrie has collaborated with Johanna Ackva for many years (Viriditas 2021, Women + Watery Men 2016-17, Earthbound Squatters 2017) and has also been involved in projects from Stefanie Wenner (Mykorrhiza 2015, DRECK 2015), Alisa Tretau (Nicht nur Mütter Waren Schwanger 2016, Being not Pregnant 2016, Sweet Peep Salon 2015 ), and Magdalena Meindl (Teeth + Claws 2019). Carrie also plays live music in the projects clear history and tire toi tigre.
www.carriemcilwain.com
www.tiretoitigre.bandcamp.com
www.clearhistoryband.bandcamp.com
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Foto: Christiane Uhlig
Yehudit Yinhar
„Activist Care Space“
Das ‚Activist Care Space – Not Another To Do on Your List‘ ist ein künstlerisches Forschungsprojekt, welches Fragen nach nachhaltigen Gestaltungsprozessen in aktivistischen Bewegungen stellt. Wir möchten herausfinden wie ein Ort, der Aktivist:innen einen Raum zur Erholung und Austausch bietet, sein kann und sie dabei unterstützt, Self Care als festen Bestandteil des Engagements mit einzubeziehen.
Yehudit Yinhar
ist Aktivistin und Künstlerin. In ihrer Arbeit untersucht sie „das alltäglich Beigebrachte“ um dieses durch Aktionskunst, Archivarbeit, Druckgrafik und künstlerische Forschung sichtbar zu machen und zu durchbrechen. Das Projekt „Activist Care Space“ wurde gemeinsam mit Fee Schreier initiiert und wird gemeinsam mit zehn weiteren Personen entwickelt.
Das Projekt wird gemeinsam von Yehudit Yinhar und Fee Schreier umgesetzt.
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Foto: Clemens und Katja Riha
Nagao Akemi
„thank you – money“
Akemi’s latest pieces: „B OR D ER S?, JUICY ♡ METAMORPHOSIS and DIAMOND – The Crossing Point of Money and Spirituality“ negotiate taboo subjects such as discrimination, sexuality and about money. She has been involved in numerous collaborations in Europe (including with Johanna Ackva, Choy Ka Fai, Yoshiko Chuma, Sabrina Huth, Anna Kubelik, Evelyn Saylor – at Akademie Schloss Solitude, Ballhaus Ost, Villa Massimo, Künstlerhaus Bethanien, among others). September 2021, she graduated with her master’s in choreography (maC) at HZT Berlin and during her study, she has received scholarships from Deutschlandstipendium and Studienstiftung des deustchen Volkes.
Nagao Akemi
is a choreographer, performer, tarot reader, masseuse, long sleeper, chocolate addict, lifelong psychology student and slowist. She has been dancing since she was three years old; she has danced ballet, japanese volk dance, street dance (soul, hip hop, lock, break dance, house) and from 2007 contemporary dance. The question of what moves people and makes them dance is a constant guide. In 2015, biographical, personal and political themes entered into her work.
www.akeminagao.wixsite.com/akemi-nagao
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Foto: Krista Karttunen
Anne Kulbatzki
Herzlich Willkommen, schön dass ihr heute hier hergekommen seid. Überhaupt etwas zu tun, das scheint mir gerade eine wirklich große Leistung. Auch für mich selbst. (klopft sich auf die Schulter) Schön! Ich freu mich.“ Für ihre Recherche „Sonnenaufgang : der Mond geht unter nur nicht der Mond und nicht unter“ lädt Anne 7 Künstler*innen ein, Schreibtisch / Atelier / Ausbeuter*innen-Isolation zu verlassen und ein projektunbebundenes, ortsunabhängiges Format für künstlerischen Austausch und Unterstützung zu entwickeln.
Anne Kulbatzki
1988 in (Ost-)Berlin geboren, studierte Darstellende Kunst am Max Reinhardt Seminar in Wien. Als freischaffende Schauspielerin und Autorin gilt ihr besonderes Interesse der Stoffentwicklung mit anderen Künstlerinnen. In den letzten Jahren arbeitete Sie u.a. mit Matthias Rippert, Sahba Sahebi, Milena Michalek, Juno Meinecke, Moritz Geiser, Kathrin Herm, Selina Traun, Larissa Rosa Lackner, Fanny Sorgo und Lorenz Just an Projekten für Bühne, Film, Hörspiel und Bildende Kunst.Sie und / oder ihre Arbeiten waren oder sind u.a. zu sehen am Deutschen Theater Berlin, Schauspielhaus Hamburg, Ballhaus Ost Berlin, Schauspielhaus Wien, Kosmos Theater Wien, Generale Oost Arnhem und Berliner Ensemble. Von 2017-19 war sie festes Ensemblemitglied des Münchener Residenztheaters. Mit dem Denk- und Produktionsort Libken verbindet sie seit mehreren Jahren eine intensive Komplizinnenschaft.
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Foto: Eleonore Khuen Belasi
Filo Krause
In der Recherche „zusammenhalten und streiten“ suchen Filo Krause, Angelika Löfflat und Dennis Seidel nach Strategien, um in einem Gruppenprozess zärtlich uneins sein zu können. Dabei entwickeln und probieren sie performative Formate, die Konflikte in der kollaborativen Zusammenarbeit zelebrieren und wertschätzen können, statt zu versuchen sie zu verstecken. Ohne zu erstarren oder einen Konsens zu suchen, sollen darin Komplexität und Widersprüche Teil des Zusammenseins sein. Gemeinsam werden sie an etwas Ungleichem arbeiten.
Filo Krause
arbeitet mit Menschen, Körpern, Objekten und Materialien. Als Performance-Künstler:in, Kostümbildner:in und Bühnenbildner:in prägt eine Auseinandersetzung mit sozialen Ausschlussmechanismen und kollaborativen Arbeitsprozessen Filos künstlerische und kulturelle Arbeit. Für das Rechercheprojekt „zusammenhalten und streiten“ kollaboriert Filo mit Angelika Löfflat und Dennis Seidel
Angelika Löfflat
macht seit über 40 Jahren immer „irgendwas mit Theater“: als Theaterpädagogin, Schauspielerin, Performerin und Regisseurin bei queeren Chorprojekten. Sie mag das Vorläufige/ Unabgeschlossene/ Unabschließbare.
Dennis Seidel
ist ein begnadeter Puppenspieler, er inszeniere Stücke mit Barbie Puppen, Ken Puppen und auch selbst gebauten Papppuppen. Er mag es, wenn abends die Sonne untergeht, es sieht dann sehr schön aus. Umgekehrt mag er es auch, wenn morgens die Sonne aufgeht.
filokrause.cargo.site
meinedamenundherren.net
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Foto: Filomena Krause, Christian Martin, Regina Busch
Joni Barnard
is excited by Queer and Trickster approaches to life and work; practices of consent and radical liberation. Joni is a rap and dance artist, live performer, choreographer, dramaturg and cultivator of embodied activism. They are adventurous and wild and find extreme joy in collaboration, experimentation and play! They create subversive work that encourages people to reflect on identity politics and sociopolitical issues. Joni believes this is culturally important for generating self awareness, improving interpersonal relations and igniting transformation. Originally from Johannesburg, South Africa, Joni is currently living and working in Berlin. Joni maintains a cultural trade route between Berlin and Johannesburg for collaborative projects, performances, festivals, workshops and training and research programs.
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Foto: Zee Hartmann
Josephine Brinkmann
Wenn ich mit den Menschen, die mir in meinem Alltag begegnen, über den „Alltag“ meiner Kindheit spreche, muss ich viel erklären. So unterschiedlich sind doch unsere Herkünfte, unsere Erfahrungen, egal, ob wir uns gut kennen und nahe stehen, oder nicht. Für mich ist das immer wieder die Erfahrung des Fremden – ein Schreck, oder eine Überraschung. Eine freudige, wenn etwas Schönes auftaucht, was uns in der nicht zusammen verbrachten Vergangenheit verbindet. Ein Geschenk, wenn etwas Schweres, mit dem wir allein waren zu einer Zeit, nun geteilt und von weiter weg betrachtet werden kann. Eine Aufgabe vielleicht, wenn es uns zu bestimmen droht…
… In Libken konnte ich dieses Wechseln zwischen der geteilten und der ungeteilten Vergangenheit gut betrachten. Nicht nur, dass ich in den zwei Wochen dort selbst zu einem temporären Alltag nden musste (mit der Freiheit und dem Druck, den das beides beinhaltet). Ich konnte auch über zwanzig Menschen, mehrere Familien und bis zu drei Generationen dabei beobachten und befragen, wie sie Kindheit und Alltag erinnern und leben. Diese Erfahrung hat mich in meinem Bestreben dieses Thema weiter zu verfolgen nur bestärkt, auch wenn die Art der Sammlung des Materials als auch eine mögliche Produktion mich immer noch vor Rätsel stellt.
Um dem performativen Aspekt meiner Arbeit trotzdem zu begegnen, habe ich mich an einem Abend entschieden, die Menschen aus dem Haus einzuladen sich drei Märchen vorlesen zu lassen. Im Wasserwerk konnte dies geschehen und hat zu einem interessanten Gespräch über die verschiedenen Erfahrungen des Hörens und Lesens, der aus der Kindheit vertrauten Texte und deren E ekte geführt. Hier gehe ich mit mehr Klarheit weiter, was mir für meine Fragestellung wichtig erscheint. Vielen Dank für diese Zeit bei und mit euch!
Josephine Brinkmann
*1984, lebt in Berlin
Text / Körper / Raum
Marwa Younes Almokbel
„Hoffnung in Prozess“
Als Performerin und visuelle Künstlerin lässt Marwa Younes Almokbel sich in ihrer Arbeit von der Umgebung beeinflussen und andersherum. In ihrem Rechercheprojekt geht es darum, Hoffnung als materiale Existenz zu erforschen und performativ zu adressieren.
Marwa Younes Almokbel
geboren 1991 in Damaskus, Syrien, studierte Kunst mit dem Schwerpunkt Druckgrafik an der Universität Damaskus, seit 2016 lebt sie in Berlin, wo sie als Grafikerin, Malerin und Performance-Künstlerin aktiv ist.
Credit:
Foto: Erik Schiemann
Anna Zett & Hermann Heisig
Seit 2020 entwickeln Anna Zett und Hermann Heisig gemeinsam das künstlerische Forschungsprojekt Resonanz – Postsozialistische Gruppenimprovisation, anfangs mit Unterstützung durch das Berliner Förderprogramm Künstlerische Forschung/gkfd. In einer Spielsituation mit wechselnden Teilnehmer_innen werden persönliche Assoziationen zum Thema Postsozialismus auf verbaler und non-verbaler Ebene gemeinsam aktiviert, beantwortet, losgelassen und in Bewegung versetzt.
Anna Zett
Anna Zett, geboren 1983 in Leipzig, ist Künstlerin, Autorin und Initiatorin kollaborativer Spielformate. Ihre Praxis verbindet analytische Subjektivität und formale Klarheit mit einer offenen, körperlichen Herangehensweise. Dabei entstehen u.a. Videos, Texte, Hörstücke, Installationen und partizipative Formate. Von Poesie und Collage kommend begann sie während ihres transdisziplinären Studiums (M.A. Humboldt Universität Berlin) Filme zu machen. Seit 2014 werden ihre Arbeiten in internationalen Kunstkontexten gezeigt. Zu ihren Veröffentlichungen zählen zwei experimentelle Hörspiele (BR 2017, DLF 2015) und die literarische Textsammlung Artificial Gut Feeling (Divided Publishing, 2019). Seit einigen Jahren spielt die Beschäftigung mit postsozialistischer Identität eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit.
Hermann Heisig
Hermann Heisig ist Choreograf, Tänzer und Performer. 1981 in Leipzig geboren, begann er sich dort Ende der 90er Jahre für zeitgenössischen Tanz zu interessieren und führte zahlreiche autodidaktisch entstandene Soloperformances in Galerien und Clubs auf. Daraus entstand ein eigenwilliges Bewegungsvokabular, das sich Effizienz widersetzt und aus Elementen des Kontrollverlusts, sowie freiwilliger und unfreiwilliger Komik Funken schlägt. Mit seinen choreografischen Arbeiten ist er seit über 15 Jahren in Europa und darüber hinaus tätig.
kuenstlerischeforschung.berlin
www.annazett.net
In ihrer partizipativen Forschung entwickeln die Künstlerin und Autorin Anna Zett und der Performer und Choreograph Hermann Heisig seit 2020 ein offenes Spielformat für kleinere und größere Gruppen. Persönliche Assoziationen zum gescheiterten Staat DDR, wo die Initiator:innen in den 1980er Jahren aufgewachsen sind, werden gemeinsam aktiviert, beantwortet, losgelassen und in Bewegung versetzt. Je nach Zusammensetzung der Gruppe erweitert sich der thematische Kontext von der DDR auf den internationalen „Osten“. Räumlicher Rahmen einer RESONANZ Versammlung ist ein offenes Spielfeld mit 4 modifizierten Stühlen, gestaltet von der Designkollaboration wkc (Romy Kießling & Ebba Fransén Waldhör). Im Gegensatz zu einer Gesprächsrunde ist der Ablauf formal durch simple Spielregeln und Instrumente strukturiert, die allen gleichberechtigt erlauben mit verbalen und nonverbalen Mitteln bewusst in Kontakt zu treten. Im Wechselspiel von dialogischem Erzählen und freier Improvisation entfaltet sich postsozialistisches Gedächtnis hier als ein zwischenmenschlicher, energetischer Prozess. Auf einer Versammlung kommen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven miteinander in Berührung und im Zwischenraum entsteht eine flüchtige Performance, auf die jede:r Einzelne Einfluss nimmt und für deren Verlauf alle Beteiligten gemeinsam die Verantwortung tragen. Ziel des Langzeitprojekts RESONANZ ist es, dem ideologisch überladenen und – oftmals unbewusst – von Gewalterfahrung geprägten Ost-Diskurs neue Imaginationsräume zu öffnen, sowohl auf der persönlichen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene. Diesen Jahr steht dabei die affektive Dynamik in Gruppenprozessen im Zentrum: Wie gehen wir mit der Angst um, die die offene Arbeit in größeren Gruppen immer begleitet, gerade wenn es um politisch belastete Themen geht? Wie lässt sie sich spüren, halten, kommunizieren, nutzen, transformieren? Die Präsenz der ländlichen Umgebung wird dabei zur einer Mitspielerin im Prozess – mit menschlichen und nicht-menschlichen Impulsen.
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Foto: Silke Briel
Julia Lübbecke
Julia Lübbecke beschäftigt sie sich mit dem Zusammenhang von Körper und Institution. Anhand dieser Verbindung untersucht sie dominante Ordnungsstrukturen und entwickelt Prozesse, um diese brüchig werden zu lassen.
Für „Slight Discomfort 3“ recherchiere ich ausgehend von Anne Carsons Essay „The Gender of Sound“ zur Vergeschlechtlichung von Geräuschen und Stimmen. Basierend hierauf möchte ich ein zukünftiges Soundvokabular entwickeln. Dabei knüpfe ich an meinen Arbeitskomplex „Slight Discomfort“ an, in der ich mich mit dem Affekt des Unbehagens auseinandersetze.
julialuebbecke.com
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Foto: Julia Lübbecke
Marco Dirr
Marco Dirr’s practice fuses analogue images and digital techniques, he is a freelance photographer and artist specified on analog photography and printing in fields of portraits, editorial and fine art photography. In his works, he is increasingly concerned with the idea of the loss of utopia and the attempt to create an alternative reality as a space of possibility in contrast to the superficiality of our present.
Marco Dirr
graduated from Academy of Fine Arts Leipzig in 2020. He is currently based in Leipzig.
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Foto: Marco Dirr
Fotoarbeit: Alayah & Katja, 2020
Layton Lachman
„Reverse Lap Dances“
Reverse Lap Dances is a visceral experience for and with one person. It emerges from a 10+ years long-distance collaboration between artists Mara Poliak and Layton Lachman and their desire to experience physical and emotional contact in a different manner. Both artists are interested in the politics of care, and how to create a space that is potentially transformative for everyone involved. The artists’ roles move between that of guide, oracle, dancer, bouncer, care worker, and collaborator. The title alludes to the form of touch that we enact — one that follows our own curiosity and enjoyment — as well as the possibility for power to surge and slip, to become unstuck and unwieldy. We are interested in how embodied senses of pleasure can align with collective liberation, how pain is held and transmitted between bodies.
Layton Lachman
is a choreographer who creates performances rooted in somatics, channeling these experiential practices into immersive, sensorially complex worlds. Layton is committed to dance practice centered on group study and collective authorship — with the understanding that we are always collaborating with those who come before, after, and with us. Layton received a BFA in Choreography from Ohio University, USA. After working for seven years in San Francisco alongside Abby Crain, Mara Poliak, Kathleen Hermesdorf, Sara Shelton Mann, and SALTA among others, Layton relocated to Berlin. For the past five years they have often been engaged with T.E.N.T. collective — creating experimental curatorial platforms — as well as teaching dance and developing their own ensemble choreographies.
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Foto: Layton Lachman
Janis Schröder
Abläufe einer Landschaft
Janis Schroeder nutzt die Mittel der freien und forschungsbasierten Kunst, um sich mit Veränderungen von Lebensräumen und Umwelten auseinanderzusetzen. Seine Suche nach Spuren von vergangenen und zukünftigen Lebensweisen in Landschaften und Archiven sowie im Austausch mit seinen Mitmenschen verarbeitet er in Installationen, Videos und Fotoserien.
Was kann ich von einer Landschaft lernen? Was sind ihre Abläufe? Was sind die Abläufe ihrer menschlichen und nichtmenschlichen Bewohner_innen? Und was sind meine Abläufe wenn ich mich in der Landschaft aufhalte? Was läuft ab, wenn ich die Landschaft ablaufe? Wie können die vielen Erkenntnisse, die eine Landschaft bereithält, wahr- und aufgenommen werden?
Credit:
Foto: Janis Schröder
Hanna Döring
„Enfoldings hold me“
Stoffe umhüllen und schützen uns. Sie schmiegen sich an und schirmen ab. Sie definieren Räume, ob als Trennungslinie in demselben oder als Hülle, die Körper /Objekte umfasst. Das Spannungsverhältnis von Raum und Stoff, flexibel und starr, öffnend und schließend wird im Fokus meiner künstlerischen Recherche stehen. Ausgangspunkt ist der Paravent als Möbel gewordenes Bild für diesen Dialog.
Hanna Döring
ist freiberuflich an der Schnittstelle von Kultur und Handwerk unterwegs. Sie begeistert sich für traditionelle Handwerkspraktiken und die Sinnlichkeit von Textilien. 2019 gründete sie mit zwei Partnerinnen das Magazin hinterlands, welches ländliche Räume Europas in ihrer Vielfalt sichtbar macht.
Credits:
Foto: Katja Feldmeier
Kollektiv Kubik
„Inszenierung der (Un)sichtbarkeit“
Die Erforschung vorhandener Sichtbarmachungsbedarfe im ländlichen Raum am Beispiel Gerswalde, Uckermark, ist das Ziel des Instituts für Unsichtbarkeit. Ausgehend von der Leitfrage “Was ist unsichtbar, aber du wünschst, die Menschen könnten es sehen?” wird das IFU mit Bürger*innen der Region das Gespräch suchen, persönliche Perspektiven sammeln und künstlerische Handlungsstrategien entwickeln. Mithilfe von Techniken wie Camouflage, Reflexion oder Transparenz werden Möglichkeiten der Inszenierung von (Un-)Sichtbarkeit im physischen Raum erforscht.
Kollektiv Kubik
Das Kollektiv Kubik besteht aus Gestalter, Künstler, Kulturwissenschaftler, Handwerker, Urbanist und Theatermacherinnen, die sich dem spielerischen Lernen und Machen verschrieben haben.
Mit unseren Projekten und Aktionen erforschen wir ein kollektives Miteinander in dem wir entdecken, aufdecken und verändern. Wir möchten Menschen dazu anregen, sich mit ihrer sozialen, wie auch räumlichen Umgebung auseinanderzusetzen, nutzen Kunst und Gestaltung, um gesellschaftliche Fragen zu stellen sowie Möglichkeiten der Mitsprache- und Mitgestaltung zu eröffnen. Unsere Aktionen und Projekte sollen dazu ermächtigen, selbst (Handlungs-)Spielräume zu entdecken, Visionen und Lösungsansätze zu spinnen und diese in die Realität zu überführen. Wir möchten von und gemeinsam mit anderen lernen.
www.kollektivkubik.de
Credits:
Foto: Kollektiv Kubik





















