Der Denk- und Produktionsort Libken e.V. veranstaltet mit Hilfe von „Und seitab liegt die Stadt“ erstmalig eine vielseitige Lesereihe rund um das Thema „Herkunft“ in Böckenberg, Uckermark. Herzlich Willkommen im alten Wasserwerk.

14. November 2020 17 Uhr - Eine szenische Lesung zu sozialer Herkunft.

“Sie hat die Seiten gewechselt, ohne zu wissen, welche, und wenn se auf ihr bisheriges Leben zurückblickt, sieht sie nur zusammenhanglose Bilder. Sie spürt sich nirgends. Außer wenn sie schreibt oder liest. (...) Sie ist sicher, dass sie keine “Persönlichkeit” hat.”
Annie Ernaux

Sarah Dulgeris befragt wie Herkunft in ihren Texten beschrieben werden kann. Es ist ein schmaler Grad zwischen, Seine eigene Herkunft zur Schau zu stellen und aus dem Gefäß zu erzählen, in das man gegossen wurde, dabei authentisch zu sein und sich nicht an einen elitären Literaturbetrieb anzupassen. Es ist ihr wichtig sich nicht in eine Schublade stecken zu lassen, sie als Arbeiterkind kann sowohl über Libellen, die den Tau küssen, als auch von ihrer Kindheit in Berlin Moabit schreiben. Wichtig ist es für sie ein Sprachrohr zwischen den Welten zu sein. Es geht ihr darum einen Teppich zu weben, auf dem man gemeinsam als Gesellschaft laufen kann, in diesem Fall durch Sprache und Geschichten, die wir erzählen. Es geht ihr darum, dass diejenigen, die jetzt das Wort haben, beginnen zu zu hören und von denen zu lernen, die es lange nicht hatten, aus rassistischen, klassistischen oder anderen strukturellen Unterdrücker-Mechanismen heraus.

Laut Ilija Matusko ist man immer Kind seines Milieus, kann seine Klasse nie ganz abstreifen „Aufsteigern sieht man das Klettern an“ (Bourdieu), bleibt komplexbehaftet, löscht aus (was ebenfalls sichtbar bleibt), zeigt Scham, oder kokketiert damit. Scham ist z.B. ein reines Klassenthema und bestimmte Varianten des Rassismus oder Alkoholismus sind für ihn ganz klar sozialer Natur.

Wir freuen uns auf das Aufeinandertreffen dieser beiden jungen Autor*innen in einem anschließenden Gespräch miteinander.

Empfohlener Beitrag zur Unterstützung der Künstler*innen: 5 € pro Veranstaltung.
Wegen Corona, bitte nur mit Anmeldung unter: anmeldung@libken.de


Im Rahmen des Programms »Performing Exchange (PEX)« gefördert vom Bundesverband Freie Darstellende Künste und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.


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