In unserem Sommerkino, widmen wir uns dieses Jahr dem Fotofilm und freuen uns sehr, am Freitag den 17. August gleich zwei Filme von der Künstlerin Stefanie Schröder zu zeigen. Wie immer wird die Regisseurin vor Ort und für anschließende Diskussionen offen sein.

Ein Bild abgeben

Video, Farbe, 16:9,18:17 min, Loop
Bild, Ton, Montage: Stefanie Schroeder
2014


Seit 2006 dokumentiere ich alle bezahlten Nebentätigkeiten, die ich ausübe. Ein Bild abgeben zeigt in Form einer Collage aus Foto- und Videosequenzen eine Auswahl meiner Jobs, die in verschiedener Weise mit dem Fotografieren zu tun haben: Fotografien anfertigen als Beweismittel, dass ein Job korrekt ausgeführt wurde; einen Fotografen darstellen, ohne wirklich zu fotografieren; in einer bestimmten Rolle auf einem Pressefoto abgebildet sein; Porträtfotografien als Souvenirs verkaufen; einen Sofortbildautomaten auf einer Werbeparty betreuen. Das Gerüst des Videos bilden von einem Sprecher vorgetragene Briefings zu den einzelnen Jobs, die mir vorab per Mail zugesandt wurden. Die verschiedenen Agenturen bedienen sich einer ähnlichen Sprache: verknappter Telegrammstil, stark komprimiert, mit einer Tendenz ins Absurde. Die Briefings lassen an die Scores der Performance / Aktionskunst der 60er Jahre denken, überhaupt finden sich Strategien und Ansätze aus diesem Kunstbereich in den öffentlich aufgeführten Promotionaktionen wieder. Die Jobs werden performt und die Performance wird für den Auftraggeber dokumentiert, durch Fotografien und Textberichte nach zuvor festgelegten Mustern. Ein Bild abgeben ist ein Loop, bestehend in der Wiederholung von Tätigkeiten, die einer Situation oder einem Produkt Originalität und Individualität verleihen sollen. Ich stelle mir, im Hinblick auf die Rahmenbedingungen künstlerischer Produktion, die grundsätzliche Frage, worin denn nun eigentlich meine Arbeit besteht.



40h, max. 2 Monate

2-Kanal-Video, 45 min, HD, Farbe
2017


Um die Entwicklung meiner hauptberuflichen Selbständigkeit als Künstlerin zu beschleunigen und meinen Hartz4-Bezug zu beenden, wurde ich zur Teilnahme an einer Unternehmensoptimierungsmaßnahme angehalten. Meine Anfrage, dies filmisch zu dokumentieren, wurde abgelehnt. Aus Gesprächsnotizen, Hand-Outs, meinem Traumtagebuch und dem Vordruck F5.5 setzte ich meine ,,Arbeit an der künstlerischen Unternehmerpersönlichkeit‘‘ in ein Skript um, in dem die Rollen KünstlerIn, UnternehmerIn und Hartz-4-EmpfängerIn, alle von mir ausgeführt, kollidieren.



Termine

Uhrzeit: 20:30 Uhr
  • 2. Juni 2018
  • 17. August 2018
  • 8. September 2018
je nach Wetter: im ehemaligen Wasserwerk oder auf dem Gelände